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Two-for-One: Engpässe in Freigabeprozessen überwinden

Geschrieben von Lukas Pfahlsberger | 10.01.2025 08:00:00

In vielen Unternehmen fühlen sich Freigabeprozesse oft wie ein Hürdenlauf an—vor allem, wenn mehrere Stakeholder beteiligt sind. Diese Verzögerungen, oder Engpässe, bremsen häufig Projektzeiten aus, erschweren Entscheidungen und sorgen für Frust im Team. Zwar spielen die einzelnen Abteilungen oder Geschäftsbereiche eine wichtige Rolle, um Qualität und Compliance sicherzustellen, doch führt die Komplexität der mehrstufigen Freigaben oft zu einem Verlust an Agilität im Unternehmen.

Das ist ein Problem, das branchenübergreifend auftritt. Egal ob bei Marketingkampagnen oder Beschaffungsprozessen—Engpässe können Fortschritte verlangsamen und manchmal sogar zu verpassten Chancen führen. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie diese Engpässe entstehen, welche Auswirkungen sie auf Geschäftsabläufe haben und welche Lösungen es gibt: Automatisierung von Workflows und Vereinfachung von Freigabehierarchien.

 

Die Ursache von Engpässen in Freigabeprozessen

Engpässe entstehen, wenn Entscheidungen durch mehrere Freigabestufen gehen müssen, was die Ausführung verzögert. Ob es um die Genehmigung einer Marketingstrategie, den Kauf von Equipment oder die Einstellung eines neuen Mitarbeiters geht—Unternehmen verlangen oft mehrere Unterschriften, bevor gehandelt wird. Zwar stellen diese Freigabestufen sicher, dass alles korrekt abläuft und Qualität gesichert wird, aber sie bremsen den Entscheidungsprozess enorm—insbesondere wenn die Teams ohnehin schon überlastet sind.

Das Problem zeigt sich besonders in größeren Unternehmen mit isolierten Abteilungen. Genehmigungen werden von Abteilung zu Abteilung weitergereicht, und jeder Übergabepunkt erhöht die Wahrscheinlichkeit von Verzögerungen. Ohne klare Transparenz im Prozess bleiben Anträge leicht in irgendeinem Postfach stecken, ohne dass jemand den Überblick hat.

 

Wie Engpässe die Geschäftsabläufe beeinflussen

Die Folgen von Freigabe-Engpässen gehen weit über kleine Verzögerungen hinaus. In der heutigen, schnelllebigen Arbeitswelt können langsame Entscheidungen erhebliche Auswirkungen haben:

  • Langsamere Entscheidungsfindung: Wenn Genehmigungen zu lange dauern, verzögern sich wichtige Entscheidungen und damit auch die gesamte Organisation. Ein Projekt, das eigentlich innerhalb von Tagen gestartet werden könnte, wird aufgrund interner Freigabeanforderungen um Wochen verschoben.
  • Verlust des Wettbewerbsvorteils: In wettbewerbsintensiven Branchen ist die Zeit bis zur Markteinführung entscheidend. Stell dir ein Einzelhandelsunternehmen vor, das ein bahnbrechendes Produkt fertig hat, aber durch Freigaben aus der Finanz-, Rechts- und Marketingabteilung aufgehalten wird. Während die Genehmigungen ausstehen, bringen Konkurrenten vielleicht ähnliche Produkte auf den Markt und nehmen so den möglichen Vorsprung.
  • Verminderte Produktivität der Mitarbeiter: Der Freigabeprozess betrifft nicht nur die Zeitpläne, sondern auch die Produktivität der Mitarbeiter. Teams verbringen viel Zeit damit, Unterschriften einzuholen, Freigaben nachzuverfolgen und Projekte durch die Pipeline zu schieben. Das lenkt von den eigentlichen Kernaufgaben ab, die sie eigentlich erledigen sollten.

 

Im schlimmsten Fall sind die Verzögerungen so massiv, dass sie Innovationen und Risikobereitschaft im Unternehmen bremsen. Mitarbeiter, die ständig mit Verzögerungen konfrontiert sind, zögern vielleicht, neue Ideen oder Lösungen vorzuschlagen, weil sie wissen, dass die Freigaben den Fortschritt blockieren werden.

 

Lösung 1: Automatisierung von Workflows

Eine der effektivsten Methoden, Engpässe zu beseitigen, ist die Automatisierung von Freigabe-Workflows. Automatisierte Workflow-Tools leiten Aufgaben und Genehmigungen direkt an die zuständigen Stakeholder weiter, ohne dass manuell eingegriffen werden muss. Diese Systeme bieten eingebaute Benachrichtigungen, Erinnerungen und Transparenzfunktionen, damit nichts in der Warteschleife hängen bleibt.

 

Wichtige Vorteile automatisierter Workflows:

  • Höhere Geschwindigkeit: Durch die Beseitigung manueller Touchpoints beschleunigen automatisierte Workflows den Freigabeprozess. Statt auf eine E-Mail-Erinnerung oder einen Kollegen zu warten, leitet das System die Genehmigung automatisch an die zuständige Person weiter, was Entscheidungen beschleunigt.
  • Transparenz und Nachverfolgbarkeit: Mit automatisierten Workflows ist jeder Schritt des Freigabeprozesses sichtbar. Teammitglieder können in Echtzeit den Status der Freigaben verfolgen, was den Bedarf an Nachfragen per E-Mail oder Telefon reduziert. Diese Transparenz hilft auch, Engpässe schnell zu identifizieren und gezielt einzugreifen.
  • Verbesserte Verantwortlichkeit: Automatisierte Workflows haben zeitbasierte Trigger und Eskalationsfunktionen, die sicherstellen, dass kein einzelner Genehmiger den Prozess auf unbestimmte Zeit verzögern kann. Wenn eine Genehmigungsanfrage innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens nicht bearbeitet wird, eskaliert das System sie automatisch an die nächsthöhere Managementebene.

 

Lösung 2: Vereinfachung von Freigabehierarchien

Neben der Automatisierung ist ein weiterer Weg, Entscheidungen zu beschleunigen, die Freigabehierarchie selbst zu vereinfachen. Viele Unternehmen verlangen zu viele Genehmigungen für Routineentscheidungen, was den Prozess unnötig kompliziert macht. Durch eine Überprüfung und Vereinfachung, wer was genehmigen muss, können Unternehmen ihre Mitarbeiter befähigen, schneller Entscheidungen zu treffen und Engpässe zu reduzieren.

 

Wichtige Vorteile vereinfachter Freigabehierarchien:

  • Schnellere Genehmigungen: Weniger Genehmiger im Prozess bedeutet automatisch eine schnellere Abwicklung. Wenn weniger Personen beteiligt sind, können Entscheidungen zügiger getroffen werden. Manche Unternehmen führen Schwellenwerte ein, bei denen nur bedeutende Entscheidungen (z. B. mit großen finanziellen Auswirkungen) eine Freigabe auf Managementebene benötigen.
  • Mitarbeiter-Empowerment: Indem mehr Entscheidungskompetenz an untere Führungsebenen delegiert wird, können Teams schneller handeln. Das verbessert nicht nur die Effizienz, sondern stärkt auch das Verantwortungsgefühl und die Eigenverantwortung der Teammitglieder.

 

Zum Nachdenken: Die Balance zwischen Geschwindigkeit und Kontrolle

Sowohl Automatisierung als auch vereinfachte Hierarchien bieten deutliche Vorteile, werfen aber auch wichtige Fragen auf:

  • Wie hält man die Balance zwischen Schnelligkeit und Kontrolle? Weniger Freigabeschritte oder eine stärkere Automatisierung können das Risiko erhöhen, dass Details übersehen werden oder schlechte Entscheidungen getroffen werden. Die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit und Kontrolle zu finden, ist entscheidend.
  • Wann ist Automatisierung sinnvoller als eine Vereinfachung? Manche Prozesse profitieren mehr von Automatisierung, während andere einfach eine schlankere Freigabestruktur benötigen. Zu verstehen, welche Lösung zu welchem Unternehmenskontext passt, ist der Schlüssel.

 

Blick in die Zukunft: Die Rolle neuer Technologien

Mit dem Wachstum und der Weiterentwicklung von Unternehmen müssen auch ihre Freigabeprozesse Schritt halten. In Zukunft könnten Unternehmen verstärkt auf fortschrittliche Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) setzen, um Workflows nicht nur zu automatisieren, sondern auch Engpässe vorherzusagen, bevor sie auftreten. KI-gesteuerte Systeme könnten historische Daten analysieren, um Verzögerungen bei Freigaben zu prognostizieren und alternative Routen vorzuschlagen, damit Prozesse im Fluss bleiben.

In einer schnelllebigen Welt haben Unternehmen, die agil und reaktionsfähig bleiben, einen klaren Wettbewerbsvorteil. Durch die regelmäßige Überprüfung und Optimierung ihrer Freigabe-Workflows können Organisationen flexibel bleiben und sich in einem immer komplexer werdenden Umfeld behaupten.

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