Noreja Blog

Recap: ICPM 2024

Geschrieben von Lukas Pfahlsberger | 07.01.2025 08:00:00

Die International Conference on Process Mining (ICPM) ist eines der wichtigsten Events, wenn es darum geht, die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen im Bereich Process Mining zu teilen – einem sich ständig weiterentwickelnden Feld, das Data Science, Business Process Management und Operational Excellence miteinander verknüpft. Die ICPM 2024 ist vor kurzem zu Ende gegangen und hat eine breite Palette an Innovationen, Methoden und Trends präsentiert, die die Zukunft des Process Minings prägen werden.

Obwohl wir nicht vor Ort dabei sein konnten, haben wir das Event über Twitter und die offizielle Webseite der ICPM 2024 aufmerksam verfolgt. Unter den vielen spannenden Beiträgen stach unser eigener Dr. Jan Mendling, ein zentraler Teil unseres Teams, hervor. Er stellte ein Paper vor, das unsere kontinuierliche Forschung im Bereich Process Mining unterstreicht. In diesem Recap werfen wir einen Blick auf einige der interessantesten Papers, heben wichtige Fortschritte hervor und beleuchten ihre Bedeutung für die Branche.

Was ist die ICPM?

Die International Conference on Process Mining (ICPM) ist das Top-Event für Akademiker, Praktiker und Industrie-Experten, die sich für Process Mining interessieren. Sie bietet eine Plattform, um cutting-edge Forschung und Innovationen zu teilen, die die Analyse, das Verständnis und die Optimierung von Geschäftsprozessen mithilfe von Daten vorantreiben.

Die Ausgabe 2024 der ICPM versammelte eine Vielzahl von Experten, die neue Ansätze für Process Discovery, Conformance Checking, Enhancement und Predictive Analytics vorstellten. Die Bedeutung des Events liegt darin, die Richtung für zukünftige Forschung und Entwicklungen in diesem Bereich zu setzen. Wir sind besonders stolz darauf, dass unser Teammitglied Dr. Jan Mendling ein Paper zu kontextbasiertem Sense-Making im Process Mining eingereicht hat, auf das wir später noch genauer eingehen werden.

Gewinner: AgentSimulator

Eines der herausragenden Papers auf der diesjährigen ICPM war „AgentSimulator: An Agent-based Approach for Data-driven Business Process Simulation“ von Lukas Kirchdorfer, Robert Blümel et al., das die Auszeichnung als Best Paper erhielt. Die Autoren stellten einen neuartigen Ansatz für die Prozess-Simulation vor, der auf agentenbasierter Modellierung basiert – ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu traditionellen Methoden. Herkömmliche Simulationen basieren oft auf historischen Daten und festgelegten Regeln, bei denen der Prozess als Ganzes modelliert wird, ohne die individuellen Verhaltensweisen der Teilnehmer zu berücksichtigen.

AgentSimulator hingegen simuliert Prozesse, indem es einzelne Agenten mit individuellen Eigenschaften und Entscheidungsfähigkeiten modelliert. Dieser Bottom-up-Ansatz ermöglicht es, emergente Verhaltensweisen zu erfassen, was realistischere Vorhersagen erlaubt und mehr Flexibilität beim Verständnis potenzieller Ergebnisse bietet. Wo traditionelle Modelle zum Beispiel alle Mitarbeiter als gleich behandeln, können agentenbasierte Modelle die einzigartigen Aktionen von Individuen simulieren, die auf spezifische Szenarien reagieren – inklusive unvorhersehbarer Verhaltensabweichungen.

Der Wert dieses Ansatzes liegt in der Möglichkeit, reale Prozesse – insbesondere solche mit menschlichen Beteiligten – genauer abzubilden, wo Variabilität und Autonomie wesentliche Faktoren sind. Unternehmen können agentenbasierte Modelle nutzen, um tiefere Einblicke zu gewinnen, wie sich ihre Prozesse unter unterschiedlichen Bedingungen anpassen könnten. Das eröffnet neue Wege, um die betriebliche Resilienz zu verbessern und auf Eventualitäten zu planen.

Unser Highlight: LLMs & Process Mining

Im Einklang mit unserem wachsenden Interesse an der Integration von AI in das Process Mining hat uns ein weiteres Paper besonders beeindruckt: „Evaluating the Ability of LLMs to Solve Semantics-Aware Process Mining Tasks“ von Adrian Rebmann et al. Hier geht es darum, wie Large Language Models (LLMs), wie sie in populären generativen AI-Anwendungen eingesetzt werden, das Process Mining verbessern können. Die Autoren zeigten, wie LLMs genutzt werden können, um kontextuelle Erklärungen für geminte Prozesse zu liefern und damit die Brücke zwischen datengetriebenen Erkenntnissen und menschlicher Interpretierbarkeit zu schlagen.

Dieses Thema passt perfekt zu unserer eigenen Forschungsrichtung, da wir aktiv daran arbeiten, sowohl deklarative als auch suggestive AI-Features in unsere Process Mining-Lösungen zu integrieren. Wir sind überzeugt, dass der Einsatz von LLMs komplexe Prozesse für Nicht-Techniker verständlicher macht und dadurch den Mehrwert für unternehmerische Entscheidungen deutlich erhöht.

Unser persönliches Highlight: Context-Making

Ein weiteres bemerkenswertes Paper auf der ICPM 2024 war „A Context Framework for Sense-Making of Process Mining Results“, eingereicht von, unter anderen, unserem eigenen Dr. Jan Mendling. Darin wird ein Framework vorgestellt, das die Interpretierbarkeit von Process-Mining-Ergebnissen durch kontextuelle Informationen verbessert. So können Stakeholder die gewonnenen Erkenntnisse besser verstehen.

Wir haben dieses Paper bereits ausführlich in unserem Blog zusammengefasst, den du hier lesen kannst. Dr. Mendlings Arbeit steht im Einklang mit unserem Engagement, Tools zu entwickeln, die tiefere und bedeutungsvollere Einsichten aus Process-Mining-Aktivitäten ermöglichen, um Unternehmen zu besseren Ergebnissen zu verhelfen.

Denkanstoß

Die ICPM 2024 hat eine Reihe von aufkommenden Trends hervorgehoben, die das Process Mining grundlegend verändern. Von agentenbasierten Simulationsmodellen bis hin zur Integration von AI für kontextuelle Erklärungen – die Konferenz gab einen Ausblick darauf, wie Unternehmen Daten nutzen werden, um ihre Prozesse zu verstehen und zu optimieren. Der Fokus auf Flexibilität, Interpretierbarkeit und menschzentrierte Modellierung spiegelt einen breiteren Trend wider: Process Mining wird praxisnaher und wertvoller in realen Anwendungsszenarien.

Fazit

Die Fortschritte, die auf der ICPM 2024 präsentiert wurden, unterstreichen die kontinuierliche Weiterentwicklung des Process Mining als Disziplin. Mit neuen Methoden wie der agentenbasierten Modellierung und AI-getriebener Interpretierbarkeit wird das Feld immer wichtiger für die Analyse und Verbesserung von Geschäftsabläufen. Während wir unsere eigenen Forschungs- und Entwicklungsbemühungen fortsetzen, bleiben wir engagiert, zur Zukunft des Process Minings beizutragen.

Für alle, die am Puls der Zeit bleiben wollen, empfehlen wir, einen Blick auf die vollständige Sammlung der Papers und Erkenntnisse der ICPM 2024 zu werfen. Die vorgestellten Trends und Technologien bieten einen klaren Fahrplan für die nächste Generation von Process-Mining-Tools – Tools, die anpassungsfähiger, intuitiver und effektiver sind, um den Geschäftserfolg zu fördern.

Wusstest du, dass man unseren LinkedIn-Newsletter hier abonnieren kann, um die neuesten Updates direkt per E-Mail zu erhalten?