Willkommen zurück bei „Two-for-One“ – unserer monatlichen Kolumne zu Problemen im Business Process Management und zwei handfesten Lösungen, die auf Forschung basieren.
Diesmal geht’s um ein Thema, das viele Unternehmen kennen: Warum steigen eigentlich die Ausgaben für IT, aber die Produktivität bleibt auf der Stelle?
Ob Cloud, KI oder moderne Enterprise-Software – die Tools sind da. Sie werden gekauft, implementiert, trainiert. Aber was fehlt? Der spürbare Effekt auf Output und Effizienz.
Die Antwort ist eigentlich simpel: Technologie allein bringt nichts, wenn sich die Arbeitsweise nicht mitverändert. Wer nur digitalisiert, ohne die dahinterliegenden Prozesse neu zu denken, wird digital – aber nicht produktiver.
Das Szenario ist bekannt: Ein Unternehmen führt ein neues ERP-System ein. Eigentlich soll das Abläufe vereinfachen. Doch was passiert? Die Leute umschiffen neue Workflows, die Abteilungen arbeiten weiter in Silos, alte Gewohnheiten bleiben – und alles wird noch unübersichtlicher.
Viele denken: bessere Tools = bessere Ergebnisse. Doch wie Erik Brynjolfsson, Seth Benzell und Daniel Rock in ihrer Studie von 2020 zeigen, trifft das selten zu. Es gibt eine systematische Lücke zwischen dem, was digital möglich wäre, und dem, was tatsächlich an Produktivität ankommt.
Diese sogenannte Productivity Paradox gibt es nicht erst seit gestern. Schon in den 1980ern war das ein Thema – und mit KI & Co. wird es wieder aktuell: Neue Tools bringen nur dann etwas, wenn sie auch die Art zu arbeiten verändern.
Was ist das?
Um das Paradox zu durchbrechen, reicht es nicht, einfach Systeme einzuführen. Man muss Prozesse neu denken – und zwar grundsätzlich. Die Frage ist nicht nur „Wie digitalisiere ich diesen Ablauf?“, sondern auch: „Brauchen wir diesen Ablauf überhaupt noch?“
Business Process Redesign (BPR) bedeutet: Arbeitsweisen so umstrukturieren, dass sie wirklich zur digitalen Realität passen – für mehr Effizienz, Qualität und Tempo.
Schon 1975 beschrieben William J. Abernathy und Phillip L. Townsend, dass Produktivität nicht primär durch Technik, sondern durch die organisatorischen Veränderungen drumherum entsteht. Klingt aktuell? Ist es auch.
Warum funktioniert’s?
Wie sieht das konkret aus?
Was bringt’s langfristig?
Du baust ein agiles, anpassungsfähiges Unternehmen auf – bereit, mit der Technik zu wachsen. Der Knoten zwischen teurer IT und fehlendem Impact? Löst sich langsam, aber sicher.
Was ist das?
Auch mit perfekt designten Prozessen funktioniert digitale Transformation nicht, wenn die Leute nicht mitziehen. Genau hier kommt intangible capital ins Spiel.
Dazu zählen: Schulungen, Change Management, Führungskräfte, die vorangehen – und eine Kultur, die Zusammenarbeit und Neugier fördert.
Warum ist das entscheidend?
Schon 1998 zeigten Erik Brynjolfsson und Lorin Hitt: Wer IT und Prozessentwicklung kombiniert, performt deutlich besser als mit IT allein. Und Varun Grover & Co. bewiesen: Ohne Prozessveränderung kommt das Potenzial von IT nicht bei den Menschen an.
Langfristiger Nutzen
Im Gegensatz zu physischen Assets wächst intangible capital über Zeit. Wer heute in Schulung und Kultur investiert, ist morgen schneller in der Lage, mit neuen Technologien umzugehen – und zieht im Wettbewerb an anderen vorbei.
Technologie kann viel. Aber ohne neue Denkweise und die richtigen Menschen bleibt sie nur ein teures Upgrade für alte Abläufe.
Die echten Produktivitätsgewinne kommen erst, wenn Prozesse neu gedacht und Menschen mitgenommen werden.
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Weil echte Effizienz nur dann entsteht, wenn sich Arbeitsweisen, Prozesse und Verhalten gleichzeitig weiterentwickeln. IT allein reicht nicht.
Das von Brynjolfsson, Benzell und Rock beschriebene Phänomen zeigt: Obwohl Technologie besser wird, bleibt Produktivität oft aus – weil Organisationen sich zu langsam anpassen.
Der Begriff beschreibt: Nach der Einführung von IT geht die Produktivität erstmal runter – dann steigen die Effekte, sobald sich neue Fähigkeiten und Strukturen etabliert haben.
Indem IT-Investitionen mit Prozess-Redesign und kulturellem Wandel verbunden werden – z.B. durch Training, Führung und Teamarbeit.
Weil Tools nur so gut sind wie die Menschen, die sie nutzen. Skills, Haltung und Zusammenarbeit entscheiden darüber, ob IT in der Praxis wirkt.