Process Management News Round-Up: März 2025 Edition
Willkommen zur März-Ausgabe des Noreja News Roundup. In diesem Monat werfen wir einen Blick auf ein paar ziemlich spannende Entwicklungen, die Business Process Management (BPM) in den nächsten Monaten ordentlich umkrempeln könnten. Es geht um den Einsatz von AI und Blockchain in der Wirtschaftsprüfung, den immer engeren Schulterschluss zwischen AI und Process Intelligence – und natürlich um Oracle, das mit seinem neuen Agentic AI Studio einen Vorstoß in Richtung automatisierte Prozesssteuerung wagt. Die Themen sind vor allem für alle spannend, die sich mit BPM, ERP oder generell Unternehmensprozessen beschäftigen – also für dich, wenn du wissen willst, was in der intelligenten und automatisierten Unternehmenswelt von morgen abgeht.
Audit & AI: Wie Wirtschaftsprüfung durch neue Technologien smarter wird
Wirtschaftsprüfung war früher eher ein Rückspiegeljob – heute entwickelt sie sich immer mehr zur Echtzeit-Analyse mit Blick nach vorn. Große Player wie EY investieren inzwischen Milliardenbeträge in neue Technologien, darunter AI und Blockchain. Was das bringt? Weniger manuelle Arbeit, dafür mehr datengetriebene Insights. Transaktionen abgleichen, Dokumente scannen – das machen inzwischen Tools. Aber es geht weiter: AI-basierte Plattformen wie Canvas AI helfen dabei, Risiken dynamisch zu bewerten – und zwar mit Echtzeitdaten aus externen Quellen.
Auch Blockchain, früher eher kritisch beäugt, ist mittlerweile ein echtes Must-have – vor allem bei der Prüfung digitaler Assets. Was sich hier verändert, ist nicht nur die Technik, sondern auch die Erwartungen: Kund:innen wollen mehr Transparenz und Genauigkeit. Und junge Auditor:innen – vor allem Gen Z – erwarten ein digitales Arbeitsumfeld, das up-to-date ist.
Natürlich bringt der Tech-Einsatz auch neue Herausforderungen mit sich: AI muss erklärbar bleiben, Daten sicher verarbeitet werden, und Regulatorik wie die EU AI Act darf man auch nicht aus den Augen verlieren. EY hat dafür sein Assurance AI Framework vorgestellt – ein Modell dafür, wie man Innovation und Verantwortung in Einklang bringen kann.
AI & Process Intelligence: Nur gemeinsam wird’s richtig effizient
AI ist aus Unternehmensprozessen nicht mehr wegzudenken – aber damit sie wirklich etwas bringt, braucht sie Kontext. Genau hier kommt Process Intelligence ins Spiel. Laut einer aktuellen Studie sagen 89 % der Business Leader: Ohne echtes Prozessverständnis bringt AI nicht den gewünschten Impact.
Deshalb setzen jetzt schon über 80 % der Unternehmen auf AI, um ihre Prozesse zu verbessern. Die Kehrseite: Mehr als die Hälfte sieht in ineffizienten Abläufen das größte Hindernis für eine erfolgreiche AI-Nutzung. Die Lösung? Process Mining und tiefgreifende Analyse. Nur so bekommt man ein echtes Verständnis dafür, wie Prozesse wirklich laufen – und wo es klemmt.
Für BPM-Profis heißt das: Wer AI und Process Intelligence zusammenbringt, schafft eine belastbare Basis für smarte, flexible Prozesse – und stellt sicher, dass Technologie auch wirklich den gewünschten Nutzen bringt.
Agentic AI: Oracle zeigt, wie automatisierte Workflows in Zukunft aussehen
Mit dem Launch des Agentic AI Studio geht Oracle einen großen Schritt Richtung Zukunft: Prozesse automatisieren – aber nicht mehr einfach nur stumpf, sondern intelligent, zielgerichtet und flexibel. Genau das verspricht das Konzept der sogenannten „agentic AI“.
Dabei geht’s um autonome Software-Agenten, die high-level Ziele verstehen und daraus komplexe Tasks eigenständig koordinieren. Klingt nach Science-Fiction, ist aber schon Realität – zumindest theoretisch. In der Praxis sagen viele Führungskräfte noch: Wir sind nicht bereit. Es fehlt oft an Infrastruktur, Know-how und klaren Strategien.
Trotzdem: Oracles Vorstoß zeigt, wo die Reise hingeht. AI wird künftig nicht nur unterstützend, sondern aktiv gestaltend in Geschäftsprozesse eingreifen. Für BPM-Expert:innen heißt das: Jetzt ist die Zeit, sich mit diesen Tools auseinanderzusetzen – und zu prüfen, wie sie zur eigenen Prozesslandschaft passen.
Fazit: BPM 2025 – vernetzt, kontextbewusst, AI-getrieben
Was sich gerade im Bereich BPM tut, ist mehr als ein bisschen Tech-Innovation. Es ist ein tiefgreifender Wandel, der viele Rollen neu definiert: Auditor:innen werden zu Tech-Navigator:innen, Prozessmanager:innen zu Datenstrateg:innen. Und Unternehmen? Die müssen den Spagat schaffen zwischen Innovationsdruck und Governance.
Am Ende geht’s darum, nicht einfach nur Tools einzukaufen – sondern sie sinnvoll einzubetten. Zwischen Technologie und menschlichem Urteil braucht’s eine gute Balance. Wer das hinkriegt, wird nicht nur effizienter, sondern auch resilienter in einer Welt, die immer schneller, vernetzter und intelligenter wird.
Diesen Beitrag teilen