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Two-For-One

Two for One: Wie schlechte Prozesse zu Burnout und Talentverlust führen

Julian Weiß |

Das Problem

Wenn von Burnout die Rede ist, denken viele erstmal an persönliche Schwäche oder Überlastung. Dabei liegt die Ursache oft ganz woanders: in den Prozessen selbst. Konkret: in schlecht gestalteten, unübersichtlichen oder einfach nicht zur Realität passenden Abläufen im Arbeitsalltag.

Selbst hochmotivierte Mitarbeitende verlieren irgendwann die Lust, wenn ständig Übergaben haken, Tools wild durcheinander genutzt werden und keiner so richtig weiß, wer eigentlich für was verantwortlich ist. Das Ergebnis? Frust, Stress – und am Ende die Kündigung.

Genau hier kommt Business Process Management (BPM) ins Spiel. Richtig eingesetzt – und nicht nur mit Blick auf Effizienz, sondern auf den Menschen – kann BPM helfen, Burnout vorzubeugen und gutes Personal langfristig zu halten. Besonders spannend: Tools wie Process Mining zeigen, wo es wirklich klemmt.

Lösung 1: Prozesse neu denken – mit dem Fokus auf psychische Belastung

Der erste Schritt gegen burnoutfördernde Strukturen ist: verstehen, wie Arbeitsprozesse sich auf das mentale Energielevel auswirken. Es geht nicht nur darum, ob ein Prozess effizient ist – sondern wie er sich anfühlt.

Moderne BPM-Tools decken versteckte Stolpersteine auf, etwa:

  • Dauerndes Multitasking und Tool-Switching: Wer ständig zwischen Tabs, Apps und Aufgaben springt, ist am Ende des Tages einfach durch.
  • Unklare Zuständigkeiten: Wenn keiner weiß, wer’s entscheidet oder wer’s macht, entsteht Unsicherheit – und die ist Gift fürs Arbeitsklima.
  • Medienbrüche: Papier hier, Excel dort, dann noch ein Ticketsystem – Chaos vorprogrammiert.

Mit Hilfe von Process Mining lassen sich genau solche Stressfaktoren sichtbar machen. Und dann gezielt entschärfen: Prozesse klarer, einfacher und menschlicher gestalten.

Wichtig dabei: Es geht nicht darum, jede Herausforderung aus dem Weg zu räumen. Sondern darum, unnötige Reibung zu vermeiden. Weniger Frust im Alltag bedeutet mehr Fokus, bessere Ergebnisse – und ein gesünderes Team.

Lösung 2: Burnout-Prävention als feste Kompetenz im Unternehmen verankern

Prozesse zu verbessern ist gut – aber es braucht mehr. Organisationen sollten Burnout-Prävention als Fähigkeit aufbauen. Also nicht nur reagieren, wenn’s brennt, sondern Strukturen schaffen, die langfristig schützen.

Wie sieht das konkret aus?

  • Prozessänderungen immer auch unter dem Aspekt psychischer Belastung denken: Jede Transformation sollte Burnout-Risiken mit betrachten.
  • Wohlbefinden wird wie ein KPI behandelt: Es geht nicht um „weiche“ Faktoren – sondern um strategisch relevante Kennzahlen.
  • Resilienz als Systemfrage verstehen: Menschen brennen nicht einfach so aus. Sie brennen aus, wenn das System sie hängen lässt.

Das braucht Commitment von oben, Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg – und die Bereitschaft, dazuzulernen. Der Lohn? Ein Unternehmen, das sich weiterentwickeln kann, ohne seine Leute zu verlieren.

Food for Thought

Wer Prozesse und Burnout zusammendenkt, landet schnell bei den wirklich wichtigen Fragen:

  • Wie erkennen wir Frühwarnzeichen im Prozess, bevor Burnout entsteht?
  • Denken wir unsere Abläufe menschlich – oder rein technisch?
  • Wie kann Process Mining helfen, nicht nur KPIs, sondern auch das Mitarbeitererlebnis zu verbessern?
  • Welche Signale – etwa hohe Fluktuation, Krankheitsausfälle oder Leistungsabfall – zeigen uns, dass ein Redesign überfällig ist?

Wer sich diese Fragen ehrlich stellt, kann von kurzfristigen HR-Reaktionen zu echter struktureller Prävention wechseln.

Fazit

Burnout vermeiden und Talente halten? Das klappt nicht über Obstkörbe oder Achtsamkeitskurse allein. Es beginnt mit der ehrlichen Auseinandersetzung damit, wie im Unternehmen gearbeitet wird.

Business Process Management – ergänzt durch Tools wie Process Mining – macht unsichtbare Reibung sichtbar. Und zeigt, wo sich Strukturfehler beheben lassen, bevor sie zur Belastung werden.

Wer als Führungskraft nachhaltig erfolgreich sein will, kommt an diesem Thema nicht vorbei: Schlechte Prozesse sind kein Betriebsrisiko. Sie sind ein echter strategischer Nachteil.

Du willst wissen, wie du mit besserem Prozessdesign Burnout vorbeugen kannst? Melde dich – wir unterstützen dich gern.

 

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